Seen voller Tränen und eine Tasse Tee

article by: at: 12th Jul 2011 under: Azoren
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Die Strasse die uns bergauf führt ist gesäumt von übergrossen Hortensien und Baumalleen. Immer dann wenn es die dichte Vegetation zulässt öffnet sich unseren Blicken eine Landschaft mit einem grünen Teppich sanft gerundeter Hügel und dem blauen Meer im Hintergrund. Nach einigen Minuten erreichen wir einen Aussichtspunkt von welchem wir auf ein kleines Paradies hinunterschauen das uns fast dem Atem raubt. Was vor vielen tausend Jahren der feuerspeiende Schlund eines Kraters war, ist heute bewachsen von einem dichten, in allen grün Tönen schimmernden Waldan dessen tiefster Stelle zwei idyllische Seen liegen. Einer grün, der andere blau. Der Sage nach liebte die Prinzessin Antília diese Landschaft so sehr, dass immer wann sie der strengen Aufsicht durch ihren Vater dem Schloss entkommen konnte hierher kam. Hier war es dann auch wo sie einen jungen Hirten kennenlernte und die beiden verliebten sich ineinander. Als der König von dieser Romanze erfuhr verbot er seiner Tochter natürlich ihren Liebhaber weiterhin zu sehen, gewährte ihr aber ein letztes Treffen mit ihm. Beide weinten bittere Tränen des Abschieds welche die beiden Seen schufen. Der eine blau wie die Augen der Prinzessin, der andere grün wie die Augen des jungen Hirten.

Wir fahren weiter, entlang der Nordküste Sao Miguels durch malerische Dörfer und grüne Felder. Mit einem male erscheint das grün dunkler und vor uns erstrecken sich Plantagen eines in Europa einzigartigen Gewächses. Seit etwa 1750 wird auf Sao Miguel Tee angebaut. Im Jahre 1878 heuerte die „Sociedade Promotora de Agricultura“ zwei Chinesen aus der Stadt Macau an welche den lokalen Teebauern die orientalischen Techniken dieser Kultur beibringen sollten. Die Teeblätter werden in den Monaten zwischen April bis September von Hand gepflückt. Die Fabrick in welchen die Ernte weiterverarbeitet wird befindet sich direkt neben den Plantagen. Als wir sie betreten ist es als hätten wir eine Sprung zurück in der Zeit gemacht. Männer füllen eimerweise Maschinen welche aussehen als seien sie aus einem anderen Zeitalter, aber gut gepflegt, mit den frisch geernteten Blättern. Diese zermahlen, fermentieren und rösten sie schliesslich. Begeistert bestaunen wir die ratternden Maschinen, beobachten wir die Arbeiter bis wir schliesslich in eine kleine Teestube gelangen in welcher wir eine gute Tasse Azoreanischen Tees geniessen.

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