Rundwanderweg Von Vegas De Tegoyo Über Montaña Del Cuervo

article by: at: 11th Aug 2009 under: Lanzarote
Vineyards in the middle of the volcanic landscape

La Geria – Lanzarote

Der Beginn dieser Wanderung ist die kleine Kapelle in Tegoyo, welche ein Teil des Nachlasses von Casa Tegoyo, ein äußerst attraktives Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert, gleich gegenüber ist.
Das Haus wurde 1804 von dem wohlhabenden Anwalt Don Domingo Stinga, als Geschenk an seine italienische Frau liebevoll restauriert. Es gibt ein Gerücht, welches behauptet es gäbe einen unterirdischen Gang vom Haus zu der kleinen Kapelle um zu verhindern, dass Andere die schöne Frau Don Stingas auf ihrem Weg zur Kirche bewundern konnten. Das Anwesen wurde 1999 als Restaurant / Hotel eröffnet, doch befindet sich seit seinem erneutem Verkauf im Jahr 2006 nun in Privatbesitz.

In Richtung Westen, am Rand des Dorfes La Asomada, erblicken wir die charakteristischen runden Gruben dieser Gegend. In jeder einzelnen dieser Gruben wächst und gedeiht eine Rebe. Wasser ist kostbar auf Lanzarote und mit nur wenig Niederschlag und oftmals heftigen Winden fällt es den Pflanzen schwer auf dem vulkanischen Untergrund Wurzeln zu schlagen. Im Kampf gegen diese Laune der Natur bauen die Winzer einen Kreis aus vulkanischem Gestein rund um jeden Rebstock welcher ihn vor dem Wind und somit vor dem Austrocknen bewahrt. Jede dieser Gruben wird sorgfältig von den lokalen Winzern in mühevoller Arbeit gehegt und gepflegt um später aus der Ernte die ausgezeichneten Lanzarote Weine zu erzeugen, welche in den lokalen Bodegas probiert und erworben werden können.
Die Erhöhung zu unserer linken Seite hier ist die „Caldera del Galda“, ein vulkanischen Krater 567 Meter über dem Meeresspiegel. Nach einem kurzen Anstieg, den Krater zu unserer Linken, führt uns der Weg an seine höchste Stelle, von wo aus wir einen wunderbaren Blick über La Geria, dem größten Weinanbaugebiets Lanzarotes haben. Fast unwirklich erscheinen uns die unzähligen kleinen Gruben in der Lavaasche in welchen die Reben gedeihen und die sich in dieser Landschaft hinstrecken, fast so weit wie unser Auge sehen kann. Wenn uns der Sinn danach steht können wir hier am Rand des Kraters hinaufsteigen, um innerhalb desselben noch mehr dieser hier auf Lanzarote einzigartigen „Technik“ des Weinanbaus zu bewundern. Die Aussicht auf den Timanfaya Nationalpark von dieser erhöhten Position aus ist atemberaubend.
Auf unserem Weg zurück nach unten, in nördlicher Richtung, überqueren wir die Straße und finden hier einen Pfad durch die versteinerte Lava, welche zum Teil mit grünen Flechten überwachsen ist, und somit einen eindrucksvollen Kontrast zum allzeit gegenwärtigem Schwarz, dem tiefen Aschgrau und den mannigfaltigen Tönen von Rot bietet. In diesem Bereich, am Fuße des „Montaña Peña Palomas“, entdecken wir weitere, diesmal höhere, vulkanischen Steinmauern in denen uns nun fast schon gewohnten kreisförmigen Formationen. Bei näherer Betrachtung finden wir hinter diesen Mauern nun aber Feigenbäume, welche zu dieser Zeit des Jahres reich an reifen Früchten sind. Feigenbäume brauchen viel Sonne den ganzen Tag damit ihre schmackhaften Früchte gedeihen können, und dieser Standort hier scheint dieser Anforderung mehr als Genüge zu tun. Schade dass es so aussah als ob viele dieser Bäume nicht geerntet würden, und dass viele der Früchte vor Überreife schon aufplatzten und zu Boden gefallen waren. Aber ich bin mir sicher, dass die einheimische Tierwelt über diesen Schmaus recht dankbar ist.

Eine lokale Legende hier besagt:

„Der „Islote de Hilario“ ist ein Berg welcher, umgeben von einem erstarrten Meer aus Lava, vom Rest der Insel abgeschlossen wurde, dort wo sich einst die fruchtbare Ebene von Timanfaya vor den Eruptionen der Jahre 1730-36 befand. Die Legende sagt, dass ein Hirte namens Hilario mehr als 50 Jahre mit seinem Kamel auf diesen Berg stieg, und auf seinem Gipfel einen Feigenbaum pflanzte. Obwohl der Baum Wurzeln schlug hat er aber nie auch nur eine Frucht getragen, denn der Feigenbaum konnte nicht vom Feuer leben.“

 

In nördlicher Richtung ist der unverwechselbare Krater des „Montaña del Cuervo“, 392 Meter hoch, zu sehen. Es ist möglich zu Fuß rund um den Sockel dieses Kraters zu wandern, sowohl als auch in diesen hineinzulaufen um in seinem inneren die Gewalt und andächtige Stille dieser einzigartigen Landschaft zu spüren.
Diese bizarre Mondlandschaft ist allgegenwärtig im Zentrum Lanzarotes. Ein Schauspiel mit den unterschiedlichsten Farben, Schattierungen und Tönen, abhängig von der Tages- und Jahreszeit unseres Besuchs. Aus diesem Grund ein immer wieder gerne fotografiertes Motiv bei dem kein Bild hier jemals wie das Andere ist.

Wer möchte kann eine detaillierte Beschreibung dieser und anderer Wanderungen auf Lanzarote auf der Webseite von Ociolanzarote finden. Im Augenblick sind die Artikel leider nur auf Spanisch, aber die Seite wird in Kürze ins Englische übersetzt sein. So stay tuned …
Des weiteren gibt es auch einen lokalen deutschen Veranstalter mit dem man geführte Touren, aber auch nur Kartenmaterial und einen Shuttle Service zu den verschieden Wanderungen buchen kann. Für mehr Informationen hierzu steht die Webseite von Terra-Atlantica zu Verfügung.

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