In eisigen Höhen – Hiking zum Mount Everest Base Camp

article by: at: 25th Mrz 2012 under: Nepal
Nepal - Everest Base Camp Trek

Views from Thokla Pass 4830m. The coloured fabrics in the foreground are tibetan prayer flags.

Mit jedem Schritt den ich mache kann ich fühlen wie die Luft die ich atme dünner wird. Obwohl ich nur langsam laufe ringen meine Lungen nach Luft, ganz so als ob ich den steilen Pfad der sich vor mir in die Höhe windet hinaufrennen würde. Ab 3000 Metern macht sich der abnehmende Sauerstoffgehalt in der Luft unangenehm bemerkbar. Es dauert etwa 14 Tage um die kürzeste Strecke vom Flughafen in Lukla auf 2800 Metern bis zum Mt. Everest Base Camp und wieder zurück zu bewältigen. Ein Rettungshubschrauber braucht für die Distanz bei idealen Wetterbedingungen etwa 30 Minuten. 14 Tage voll anstrengender 5 bis 7 Sunden Hikes, Reis, Linsensuppe und Ginger Tee, gefrorene Toiletten aber auch 14 Tage mit atemberaubenden Aussichten und Landschaften. Ich bin auf dem Dach der Welt und wandere inmitten felsiger und eisiger Giganten die mit ihren über 7000 Metern hohen Gipfeln am Himmel kratzen.

Über enge Gebirgspfade balancierend kreuze ich immer wieder Karawanen mit Yaks und Träger die Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände in die entlegenen Bergdörfer bringen. Alles was hier her kommt muss von Menschen und Tieren mühsam heraufgetragen werden. Auf vielen Säcken und Kisten die ich auf den Rücken der Träger, oder Sherpas wie sie sich nennen, sehe steht „Everest Expedition 2012“ geschrieben. Von April bis Ende Mai sind normalerweise die besten Wetterbedingungen vorzufinden um den Aufstieg zum höchsten Berg der Welt zu wagen. Tonnenweise schleppen die Sherpas Material und Equipment für die Bergsteigerteams zum Mt. Everest Base Camp 1 und bereiten somit den Ausgangspunkt für die Bergsteiger vor. Einige tragen mehr als ihr eigenes Gewicht auf dem Rücken und es ist keine Seltenheit, dass sie mit alten ausgetretenen Sportschuhen oder gar Sandalen unterwegs sind.
Die Namen derer die den Gipfel bezwingen werden gehen in die Geschichtsbücher ein, aber keiner der Bergsteiger könnte dieses Ziel ohne die Hilfe und gefährlich Arbeit der lokalen Sherpas erreichen. Erst sie machen diese Expeditionen überhaupt möglich.

Nach acht Tagen mühseligen Aufstieg erreichte ich Mt. Everest Base Camp auf 5364 Metern Höhe. Näher kann man dem höchsten Berg der Erde ohne Kletterausrüstung nicht kommen. Ein anstrengendes aber auch unvergessliches Abenteuer in welchem ich die Schönheit aber auch den Schrecken der Berge aus erster Hand erleben konnte. Ein Mitglied unserer Gruppe musste aus gesundheitlichen Gründen mit dem Hubschrauber evakuiert werden. Ein Mann aus einer anderen Gruppe starb an AMS (Höhenkrankheit) in der Nacht bevor ich zum Base Camp aufstieg. Zwar hatte seine Gruppe den Helikopter angefordert aber der konnte aufgrund der schlechten Wetterbedingungen nicht rechtzeitig zur Hilfe kommen.

Mittlerweile bin ich zurück in Kathmandu von wo aus ich mein Hilfeprojekt für Kinder hier in Nepal weiterführen werde. Wenn Du mehr über dieses Projekt erfahren möchtest, dann lies doch bitte den Artikel „Dieses Jahr könnte dein Geschenk das Leben eines Kindes verbessern“. Um mit meinen Bildern, Projekten und Abenteuern auf dem laufenden zu bleiben kannst Du meinen gratis Newsletter abonnieren oder schau doch mal auf meine Facebook Seite.

Namaste

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