Für 60 Euro ein Leben bewahren

article by: at: 3rd Feb 2012 under: Nepal

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Viel ist passiert diese Woche. Ich war ziemlich erkältet, so wie fast alle hier im Waisenhaus, und habe meine erste Erfahrung mit einem Nepalesischen Arzt gemacht. Zwar habe ich, so wie es sich gehört, eine anständige Reiseversicherung und hätte somit in die Britische Klinik hier in Kathmandu gehen können, aber nachdem es nur ein simpler Husten war der mir lästig wurde dachte ich kann ich auch mal den lokalen Arzt ausprobieren. Die Behandlung war dann auch ganz so wie man es von zu Hause auch kennt. Blutdruck messen, Puls fühlen, Lungen abhören und die üblichen Fragen. Danach gab es dann zwei Medikamente verschrieben welche ich auch gleich beim Arzt kaufen konnte. Zwei Dinge waren etwas außergewöhnlich:

das Behandlungszimmer welches aussah wie das Verhörzimmer aus einem russischem Spionagefilm und der Preis der Behandlung. Für ganze 150 Nepalesische Rupien (etwa 1,50 Euro) gab es den Arztbesuch inklusive der Medikamente. Und gesund bin ich auch wieder.

Wie gesagt, außer mir waren noch einige andere hier krank. Kinder als auch Erwachsene. Unter anderem auch der neun Monate alte Sohn von David, der Leiter des Waisenhauses. Über drei Tage sorgten sich die Eltern um den kleinen Dan hier im Haus, doch konnten sie den Durchfall und das ständige Erbrechen nicht stoppen. Der Kleine verlor schnell an Gewicht und bekam dann auch noch Fieber. Ich fragte sie ob es nicht besser wäre ihn ins Krankenhaus zu bringen, doch sie sagten mir, dass sie sich die 2000 Rupien (etwa 20 Euro) Kosten pro Tag nicht leisten könnten. Ein eindeutiger Fall für den Griff in die Spendenkasse. Wir fuhren mit dem Taxi in Kathmandus bestes Kinderkrankenhaus. Wahrscheinlich würden europäische Eltern unter keinen Umständen auch nur einen Fuß in das Gebäude setzten welches wir nur wenig später betraten. Abgesehen aber von dem vergammelten Zustand des Gebäudes und dessen Einrichtungen schienen die Pfleger und Ärzte sehr aufmerksam und professionell. Nach einigen Untersuchungen wurde der kleine Dan auch sofort eingewiesen und an den Tropf gehängt. Er hatte erheblich an Gewicht verloren und sein Gesicht war aufgedunsen. Ein erbärmlicher Anblick. Doch war ich froh ihn endlich in ärztlicher Behandlung zu wissen. Man muss nicht unbedingt selbst Kinder haben um zu wissen, dass gerade bei Säuglingen Durchfall schnell fatale Folgen haben kann. Drei Tage lang lag der Kleine im Bett bis er gestern morgen endlich wieder nach Hause entlassen wurde wo er sich nun endgültig erholt.

Die Eltern hätten wohl nicht so ohne weiteres das nötige Geld für das Krankenhaus auftreiben können und dabei war es so dringend nötig. Ich weiß nicht was passiert wäre hätte man den kleinen Dan nicht in ärztliche Behandlung gebracht. Ich denke aber, dass seine Chancen sehr schlecht gestanden hätten, zumal er als Frühgeburt zur Welt kam und ohnehin etwas schwächlich ist.
Für mich ist diese Geschichte wieder ein Beweis mehr dafür, dass es oftmals nicht viel braucht um großes bewirken zu können.
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